Windeln aus Kartoffelstärke

Der Saugkern herkömmlicher Babywindeln besteht aus einem Superabsorber, einem Polymer auf Erdölbasis, das biologisch nicht abbaubar ist. Das störte den Chemiker Dominic Franck, als er die Müllberge aus den Windeln seiner Töchter sah. So entwickelte er eine Windel mit Absorbermaterial auf Kartoffelstärkebasis. Wie er sich mit dieser Idee selbstständig machte, beschreibt er in den „Nachrichten aus der Chemie“.

Eltern wechseln oft die Windeln ihrer Babys. So oft, dass die benötigte Saugleistung keinen Superabsorber erfordert, meint der Jungunternehmer Dominic Franck. Doch auch die Windeln aus dem Bioladen enthalten diese erdölbasierten Materialien.

Daher hat Franck eine Windel aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt und vertreibt sie unter dem Namen Fairwindel. Die Alternative zum Superabsorber ist ein Saugmaterial aus Kartoffelstärke. Sein Ziel ist eine vollständig kompostierbare Windel. Die Grundstoffe werden in Deutschland angebaut, und Franck lässt sein Produkt auch im Inland produzieren.

Fairwindel ist aufgrund der Kosten für Rohstoffe und Produktion teurer als herkömmliche Windeln und daher ein Nischenprodukt. Vor allem umweltbewusste Eltern kaufen es, die der Müllvermeidung einen hohen Stellenwert einräumen.

Wie Dominic Franck zu den Windeln kam und vom Industriechemiker zum Unternehmer wurde, erzählte er in „Der Punkt, an dem man sich entscheiden muss.“. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 60.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten” über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte sowie das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen.

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