Superabsorber

Superabsorber (SAP) sind Polymere, die Bezug auf ihr Volumen eine große Menge an Flüssigkeit absorbieren und speichern können. Sie werden hauptsächlich in Babywindeln, Inkontinenzprodukten und Damenhygiene verwendet, um die Saugkraft zur erhöhen. Bei der Aufnahme der Flüssigkeit quillt der Superabsorber auf und es bildet sich ein Hydrogel. Bei Feuchtigkeit breitet es sich aus, wie ein ausgeworfenes Fischernetz im Meer.

Das vernetze Polymer-Granulat bestehen aus Acrylsäure und bestehen aus 0,1 bis 0,8 Millimeter großen Körnchen. Aufnehmen kann SAP bezogen auf das Eigengewicht, 50fache an Körperflüssigkeiten, 300fache an Leitungswasser und sogar das 1000fache an destilliertem Wasser. Da Urin den Salzgehalt den Superabsorber stark hemmen, versuchen Forscher ein Superabsorber zu entwickeln, der das Salz aus dem Urin entfernen, um die Speichereigenschaften der Polymere zu steigern.

SAP wird auch in Blumenerde verwendet, um Flüssigkeiten zu speichern, um nach und nach abzugeben. Auch in der Brandbekämpfung und in der Ummantelung von Tiefseeleitungen kommt Superabsorber zum Einsatz. Die Hauptproduzenten sind BASF, Evonik und Nippon Shokubai. BASF bietet unter dem Markennamen SAVIVATM einen hoch innovativen Superabsorber an, der aufgrund seiner runden, mit Mikroporen versehenen Partikel verfügt SAVIVATM über einen neuen Mechanismus zur Flüssigkeitsverteilung und wird dadurch zu einem hocheffizienten Superabsorber für den Saugkern von Windeln. Zu den größten Abnehmern gehört Procter & Gamble (Pampers), Kimberly-Clark, Attends, Essity (Tena), Paul Hartmann (Molicare) und Ontex.

Die Geburtsstunde des Superabsorbers fand im Jahre 1966 statt. Ohne voneinander zu wissen, entwickelten die Chemiker Carlyle Harmon (Johnson & Johnson) und Billy Gene Harper (Dow Chemical) ein Polymer und reichten identische Patente ein. Allerdings wurde erst 1987 die erste Babywindel und einige Jahre später die erste Erwachsenenwindel mit Superabsorber ausgestattet. Obwohl in modernen Windeln das Saugvlies dünner geworden ist, konnte dank SAP die Saugfähigkeit gesteigert werden. Ein Teelöffel (25 Gramm) reicht pro Windel aus, um den Urin sicher aufzunehmen. Die BASF produziert pro Jahr rund 590.000 Tonnen Superabsorbern.